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Scham und Trauer über Schändung der Gedenksteine für die verfolgten Juden der Stadt Bergen auf Rügen

Esther Stosch

Vor wenigen Tagen – ausgerechnet im zeitlichen Zusammenhang zum Tag der feierlichen Eröffnung des Jubiläumsjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" – haben unbekannte Täter die Stolpersteine zum Gedenken an die ausgegrenzten und verfolgten jüdischen Mitbürger der Stadt Bergen während des Nationalsozialismus mit brauner Farbe verunstaltet und geschändet. Es handelt sich um die Stolpersteine zum Gedenken an Albert Noack, ein alteingesessener jüdischer Kaufmann in Bergen, der aufgrund von Ausgrenzung und Schikane in den Selbstmord getrieben wurde und seiner Schwester Ida Noack, beide wohnhaft im Haus Markt 19 im Zentrum Bergens auf Rügen.

Berlin, den 23.02.2021 – „Mit Wut und Bestürzung haben wir die Beschmutzung der Stolpersteine zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger meiner Heimatstadt Bergen auf Rügen aufgenommen. Es ist skandalös und beschämend, dass einige Menschen nicht aus der Geschichte gelernt haben und das Andenken an die Unmenschlichkeit und das Leiden, das aus rassistischen und menschenverachtenden Motiven über unschuldige Mitbürger aus der Mitte der Gemeinschaft kam, wieder beschmutzen wollen. Das traurige Schicksal der Familie Noack ist von der antisemitischen Haltung seiner Mitmenschen provoziert worden. Daraus sollten wir auch heute und in Zukunft unsere Konsequenzen ziehen. Dem Denken und Sprechen folgen irgendwann unmenschliche Taten“, kommentiert Kerstin Kassner die Geschehnisse in ihrem Wohnort.

Die Stolpersteine sind eine bundesweite Aktion des Künstlers Gunter Demnig aus Berlin. Die Verlegung der Stolpersteine in Bergen wurde durch den Verein „PRORA-ZENTRUM“ initiiert und vom Künstler selbst 2006 verbaut. „Als Vorsitzende des Vereins werde ich alles daran setzen, dass die Stolpersteine schnell wieder gut sichtbar und unbeschädigt auf die Geschehnisse hinweisen und zukünftig alle mahnen. Nie wieder Faschismus und Antisemitismus zu dulden und engagiert die Stimme dagegen zu erheben. Der Verein „PRORA-ZENTRUM“ hat im Jahr 2006 eine Broschüre mit dem Titel „Bergen im Nationalsozialismus“ erstellt, in der sehr detailreich und anschaulich die Geschichte der Jüdischen Gemeinde auf Rügen erforscht und aufgearbeitet wird“, so Kerstin Kassner weiter.